Jens Steiner, Carambole / Hasenleben

Nominiert für den Schweizer Buchpreis 2013

 

"Zwei Wochen bis zu den Sommerferien, dachte Igor, und noch immer ist nichts passiert. Alles wird an uns vorbeigelotst. Einen Anfang müsste man machen, einen kräftigen Satz hinein ins Leben, aber wie?"

Jens Steiner, Carambole

 

Carambole

 

"Da sind die drei Jugendlichen, die Pläne aushecken für die bevorstehenden Schulferien und dabei genau wissen, dass auch dieses Jahr nichts geschehen wird, da ist die Troika, die sich regelmäßig zum Carambole-Spiel trifft, da ist Schorsch, der immer dann auftaucht, wenn man ihn nicht erwartet, und da sind die beiden verfeindeten Brüder, die seit jenen Erbschaftsstreitigkeiten nie mehr miteinander gesprochen haben. Im Dorf verharren die Menschen in ihrem Alltag wie gelähmt, während sich um sie herum alles verändert: Restaurants schließen, neue Wohnviertel entstehen, soziale Netze zerbrechen, Familien fallen auseinander.

In zwölf Runden nähert sich Jens Steiner diesem sozialen Gefüge an, lässt die Dorfmenschen in ihrer Hilflosigkeit erstarren und öffnet ganz kleine Lücken, durch die hindurch ein Schritt in eine – wenn auch unsichere – Zukunft möglich wäre."

(Text: Dörlemann Verlag)

Da sie sich stark vom Verlagstext unterscheidet, hier auch die Formulierung, die der Autor selbst für die Beschreibung seines Romans findet:

 

"Im Dorf beginnen und enden die Geschichten

 

Ist Schorsch ein Vagant? Woran denkt Renate, wenn sie sich mutterseelenallein im elterlichen Garten auf dem Liegestuhl räkelt? Was treibt eigentlich Freysinger in seinem dunklen Haus?

Im Dorf stößt jede Geschichte eine neue Geschichte an, doch keine gibt ihr Geheimnis preis. Man weiß manches, aber nie genug, man fragt sich allerlei, aber meist das Falsche. Doch alle sehen, wie eine Kneipe nach der anderen eingeht, Bauern ihren Hof aufgeben, neue Wohnsiedlungen entstehen, alle spüren, wie die Verzweiflung sich still ausbreitet. Und so geben sich Schorsch, der zu kleine Manu, Igor, Ricardo, Knecht Heinz, Renates Mutter und alle anderen ihrer Mutlosigkeit hin, bis zu jenem Sommertag, an dem ein tosender Donner durch die Straßen des Dorfes fegt und alle Geschichten kopfüber stellt.

Der Roman Carambole führt in zwölf Runden durch einen Mikrokosmus von Suchenden und Verlorenen. Ein Lebensspiel. Ein Todernst."

(Text: Jens Steiner)

Von Jens Steiner außerdem lieferbar Hasenleben, sein Debüt von 2011, das bei der Kritik großen Anklang fand und seinerzeit, wie jetzt Carambole, für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde.

Sabine Peters lobte damals im Deutschlandfunk Steiners lakonische Schreibweise: "Von der Stadt Genf heißt es bündig: "Ein Stolpern hinein und ein Stolpern hinaus.""

 

Hasenleben

 

"Lili führt ein unstetes Leben, verdingt sich als Kellnerin, zieht mit ihren beiden Kindern durch die Schweiz. Sie träumt von einer guten Ausbildung, einem Familienleben, während sie die Nächte in dunklen Kellern durchtanzt, ihre Kinder sich selbst überlässt.
Der kleine Werner streift unablässig durch Hotelflure und spioniert die Gäste aus. Er träumt davon zu sein wie seine ältere Schwester. Emma ist ruhiger, sitzt oft einfach am Fenster und ritzt an ihren Armen.
In St. Moritz taucht eines Tages ein Mann auf, dessen Name allen dreien sehr bekannt vorkommt. Und Lili ergreift einmal mehr die Flucht, bis – ja, bis ihr Leben durch ein tragisches Ereignis endgültig aus den Fugen gerät."

(Text: Dörlemann Verlag)

  • Jens Steiner, Carambole. Ein Roman in zwölf Runden. 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Leseband. Dörlemann Verlag, Zürich 2013. 19,90 Euro (zum Preis von 14,99 Euro auch als E-Book erhältlich)
  • Jens Steiner, Hasenleben. Roman. 288 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Leseband. Dörlemann Verlag, Zürich 2011. 19,90 Euro (zum Preis von 14,99 Euro auch als E-Book erhältlich)

 

Zum Weiterlesen:

Website von Jens Steiner

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