Die Frühjahrstitel im bilgerverlag

 

Vier neue Bücher aus dem bilgerverlag. Die Autoren: Anne Cuneo, Patrick Deville, Reto Ehrbar und Roger Monnerat. Ein unwesentlich älteres, Letzter Zug nach Buenos Aires von Hernán Ronsino, bewarb sich um den Preis der Hotlist 2012. Es sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich empfohlen.

Weitere Lektüreempfehlungen im Culturmag. Zum Beispiel.

 

Ein Überblick über das komplette Programm des bilgerverlags findet sich hier, Näheres zur Verlagsgeschichte hier.

Wer sich allgemein für die Schweizer Verlagsszene interessiert, wird bei SWIPS (Swiss Independent Publishers) fündig, einem Zusammenschluss von zur Zeit sechsundzwanzig unabhängigen Verlagen der deutschsprachigen Schweiz.

 

Es ist dreißig Jahre her, dass Ricco Bilger in Zürich die Buchhandlung sec52 gründete, in der die ersten Bücher des nachmaligen bilgerverlags erschienen. Ein Jubiläum also. Herzliche Glückwünsche!

 

Anne Cuneo, Eine Welt der Wörter

 

Eine Welt der Wörter. Die Memoiren von Master John Florio, Kammerherr Ihrer sel. Majestät Königin Anna, zum Zwecke der Bekanntgabe seiner Herkunft, seines Lebens und seiner Werke an die Nachwelt. So der vollständige Titel des neuen Romans von Anne Cuneo. Der schnörkelige Touch ist allemal gerechtfertigt, denn die Geschichte, die Cuneo erzählt, ist im 17. Jahrhundert angesiedelt.


"Von der ersten Zeile an in Anne Cuneos neuem Roman glaubt sich die Leserin, der Leser im Originalmanuskript von John Florio, dem großen Übersetzer.

John Florio (*1553 in London; †1625 in Fulham in London) wurde in England geboren, sein Vater war Italiener, seine Mutter wohl Engländerin. Die Kindheit verbrachte er in Soglio, dem kleinen Bergeller Bergdorf. Hochbegabt, wurde er gefördert, reiste zu Studien nach Tübingen. Kaum fünfzehnjährig, führte ihn sein Weg weiter nach England, wo er, sprachbegabt und neugierig auf die Welt, bald einmal selbst unterrichtete: Italienisch und auch Französisch, Männer und Frauen aus allen Schichten, Händler, Adlige, Künstler, Prinzen und selbst eine Königin.

Shakespeare war nicht nur ein Schüler John Florios, sondern ein Freund, so plausibel kommt das in Anne Cuneos Roman daher. Monumente seines Schaffens sind das italienisch-englische Wörterbuch und die Übersetzung der Essais von Montaigne ins Englische.

 

Eine Welt der Wörter ist ein von minutiös recherchiertem Wissen durchwobenes Werk, beginnend in den Kerkern der Inquisition und endend in Fulham, im Goldenen Löwen, am Ufer der Themse.

Es ist - nach den Bestsellern Der Lauf des Flusses und Dark Lady - Anne Cuneos dritter Roman, der zur Zeit und in der Welt Shakespeares spielt."

(Text: bilgerverlag)

 

  • Anne Cuneo, Eine Welt der Wörter. Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Erich Liebi, Lektorat Daniel Rothenbühler. 600 Seiten, gebunden, Lesebändchen. bilgerverlag, Zürich 2013. 32,00 Euro

Patrick Deville, Äquatoria. Auf den Spuren von Graf Pierre Savorgnan de Brazza

 

"In einem Afrika, das brodelt und nicht aufhört, Namen und Grenzen hervorzubringen und zu ändern, sucht der Erzähler von Äquatoria nach Dokumenten und geographischen Karten. Als Forschungsreisender des dritten Jahrtausends beschreibt Deville den Zusammenbruch von Diktaturen, das Chaos und die Massaker an Minderheiten, alles auf den Spuren jenes Pierre Savorgnan de Brazza, "dem Entdecker der mythischen Flussläufe. Jener Mann, der mit dem Bug seiner Piroge Menschenhandel und Sklaverei zurückdrängte und in dessen Kielwasser die Kolonisation des Kongo mit sich schleppt."

Indem er Gegenwart und Vergangenheit, die großen Entdecker des neunzehnten Jahrhunderts und die Schiffbrüchigen von heute miteinander verflicht, entwirft der Autor eine neue Form des Romans, bei dem Presseausschnitte, Ausschnitte aus Tagebüchern, Archivmaterial, Alltagsbeobachtungen und persönliche Erlebnisse nahtlos ineinananderfliessen.

 

Von Pura Vida (2004), Devilles Roman auf den Spuren William Walkers in Mittelamerika, übernimmt Äquatoria die Konstruktion. Vom Oberlauf des Flusses Ogooué nach Algerien, vom Tanganjikasee nach Sansibar folgen wir den Schicksalswegen Savorgnan de Brazzas, Henry Morton Stanleys – reisen mit Albert Schweitzer nach Lambarene, begegnen Jonas Savimbi oder David Livingstone, nicht zuletzt Tippu-Tip, dem einflussreichen schwarzen Sklaven- und Elfenbeinhändler."

(Text: bilgerverlag)

 

  • Patrick Deville, Äquatoria. Auf den Spuren von Graf Pierre Savorgnan de Brazza. Roman. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. 400 Seiten, gebunden mit Lesebändchen. bilgerverlag, Zürich 2013. 28,00 Euro

RUGABU

 

"Es war einmal eine Welt ... Il était une fois un monde ... Жил был мир ... Once upon a time there was a world

 

Es war einmal eine Welt. Bewohnt vom Volk der TIRU. Dieses lebte in Harmonie mit der Natur bis zu jenem Tag, als ein Tiru sich über den anderen stellte und zu diesem Zwecke einen Baum fällte. RUGABU ist die zauberhaft gezeichnete Geschichte mit Ruga, der großen Schildkröte. Eine poetische Liebeserklärung an die Natur."

(Text: bilgerverlag)

 

  • Reto Ehrbar, RUGABU. Graphic Novel. 96 Seiten, japanische Bindung, durchgehend farbig. [Die Erstauflage zählt 2000 nummerierte Exemplare.] bilgerverlag, Zürich 2013. 29,90 Euro - erscheint am 11. März 2013

 

Roger Monnerat, Das Marienbadspiel und ein Mercedes für Marjampole

 

"Zwei Männer fahren durch ein altes Land: Maulbronn, Walldürn, Würzburg, Ochsenfurt, Bamberg. Ein altes Land, in dem eine chinesische Filmequipe Hermann Hesses Narziss und Goldmund verfilmt.

Gianluca Pelli, Italiener aus Karlsruhe, und René Dubois, Franzose aus Basel: Der eine sieht nicht gerade wie ein Sieger aus, der andere könnte ein Filmschauspieler sein. Pelli besitzt einen Mercedes, Jahrgang 1988, mit Zierleiste aus Kirschenholz und Weißwandreifen. Dubois kann fahren. Zusammen nehmen sie die dreihundert Kilometer von Karlsruhe nach Marienbad unter die Räder. Auf Nebenstrassen.

Zwei Männer fahren durch ein altes Land, das danach ruft, wieder besiedelt zu werden, Menschen aus den Grenzgebieten anzulocken, Menschen, die auf ihren Datschas immer schon gefischt, gejagt, Gemüse angebaut, Beeren gesammelt und Pilze gefunden haben.

 

In Marienbad angekommen, begegnen Pelli und Dubois den Zwillingsschwestern Anna und Olga Stanec. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Das "Waldhotel" brennt ab, eine Bande von Halbstarken hat es auf die Weißwandreifen des Mercedes abgesehen. Pelli und Dubois sehen eine Kuh kalben – sie spielen das Marienbadspiel.

 

Pelli und Dubois grüßen Gustave Flauberts Bouvard und Pécuchet in Roger Monnerats Roadmovie und köstlicher Schelmerei."

(Text: bilgerverlag)

 

  • Roger Monnerat, Das Marienbadspiel und ein Mercedes für Marjampole. Ein Bericht. 170 Seiten, broschiert. bilgerverlag, Zürich 2013. 19,90 Euro

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