In der Stadt, in der Natur und in der Welt: Jean Paul, Else Lasker-Schüler und Antonia Forster

 

Einem Verlag namens TRANSIT steht es an, Bücher zu machen über Leute, die es nicht zu Hause hielt. Drei Beispiele.

 

Dieter Richter, Jean Paul. Eine Reise-Biographie

 

"Dieter Richter erzählt das Leben Jean Pauls im Spiegel seiner Reisen. Von der ersten Wanderung des kleinen Fritz Richter von Joditz zu den Großeltern nach Hof bis zur letzten Reise des Dichters, der zwei Monate vor seinem Tod in Nürnberg Heilung für sein Augenleiden sucht. Dazwischen spannen sich die Stationen eines intensiven Reiselebens, das den Dichter auf etwa 75 kleineren oder größeren Reisen über viele Tausende von Kilometern durch Deutsch­land führt. Ewige Wanderratte hat er sich einmal genannt, in seiner Jugend legt er enorme Strecken zu Fuß zurück, später reist er in Kutscheneinsamkeit, begleitet nur von seinem Hund. Dabei ist Reisen für ihn rauschhaft genossenes Glück, ist die Sucht des Fernsuchens, die unter seinen vielen Süchten vielleicht die leidenschaftlichste war."

(Text: TRANSIT)

 

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  • Dieter Richter, Jean Paul. Eine Reise-Biographie. 144 Seiten, gebunden. TRANSIT, Berlin 2012. 16,80 Euro

 

Else Lasker-Schüler, Die kreisende Weltfabrik

 

Else Lasker-Schüler neu zu entdecken: Präzise Beobachtungen des Großstadtlebens, Porträts von Mitmenschen, hinreißend formuliert und mit ganz eigenem Witz.

 

"Else Lasker-Schüler, 1869 in Elberfeld (Wuppertal) geboren, 1945 in Jerusalem gestorben, lebte seit 1894 in Berlin, schrieb Gedichte, Theaterstücke, Prosa und wurde eine der bekanntesten Figuren der aufregenden zehner und schrillen zwanziger Jahre. 1933 musste sie in die Schweiz emigrieren, seit 1939 lebte sie in Palästina. Für Gottfried Benn war sie "die größte Lyrikerin des Jahrhunderts".
Ihr Ruhm basiert auf sehr poetischen und phantasiereichen
Liebesgedichten, auf ihrer unkonventionellen Lebensweise, auch auf der Fähigkeit, geradezu schwärmerisch auf Personen zuzugehen, die sie als geistesverwandt ansah und dann in Gedichten und Briefen verewigte.

Es gibt auch eine andere Seite der Else Lasker-Schüler, die viel zu wenig wahrgenommen wurde und wird: die der genauen Beobachterin des großstädtischen Lebens in Berlin. Es gibt eine Reihe von Prosatexten und Porträts aus den zehner und zwanziger Jahren, also aus der Zeit, in der Else Lasker-Schüler in Berlin lebte, die eine überraschend präzise formulierende Autorin zeigen und das Bild korrigieren, das von vielen Interpreten (à la "eine ganz nach innen gekehrte Seherin") geprägt wurde. Sie ist hier als Autorin zu entdecken, die ihre soziale Umgebung mit allen Details und Widersprüchen wahrnahm, sie hinreißend genau beschreiben konnte und dann mit ihrer einzigartigen Ausdruckskraft zum Leuchten brachte.
In einer manchmal ironischen, manchmal ganz sachlich am Gegenstand (Straßen, Plätze, Bäume, Hotels, Cafés etc.) oder an Personen (Porträts von Zeitgenossen, bekannten wie unbekannten) orientierten Sprache hat Else Lasker-Schüler etwas über die damalige Zeit und das damalige Berlin zu sagen, was über die Feuilletons anderer Autoren dieser Zeit hinausgeht und eine ganz eigene Farbe trägt."

(Text: TRANSIT)

 

Pressestimmen zu diesem Buch, biographische Hinweise zur Autorin und zur Herausgeberin sowie eine Leseprobe gibt es hier.

 

  • Else Lasker-Schüler, Die kreisende Weltfabrik. Berliner Ansichten und Porträts. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Heidrun Loeper. 112 Seiten mit Abbildungen, gebunden. TRANSIT, Berlin 2012. 14,80 Euro

Vielleicht eine Mischung aus beiden vorgenannten Publikationen ist diese dritte:

 

Judith Macheiner, Antonia Forster. Die Schwester des Weltreisenden

 

"Antonia Forster führte ein abwechslungsreiches, für die damalige Zeit abenteuerliches Leben, geprägt durch ökonomische Abhängigkeit, aber ebenso (inspiriert durch die Ideen der Französischen Revolution, durch Olympe de Gouges, aber auch durch ihr Vorbild Sybilla Merian) durch einen ausgeprägten Hang zur sozialen und intellektuellen Selbständigkeit, der auch von der Familie und anderen Frauen der damaligen Intelligenz (wie Caroline Böhmer oder Therese Huber) geteilt wird. Von Antonia Forster, der jüngeren Schwester Georg For­sters, gibt es bis auf wenige Briefe kaum eigene Lebenszeugnisse. 1758 in der Nähe von Danzig geboren, zog sie 1769 mit ihren Eltern, Justina und Georg Reinhold Forster, und sechs Geschwistern nach England, wo ihr Vater Berater von Captain Cook wird und mit ihm auf die zweite Südseeexpedition segelt, in Begleitung seines ältesten Sohns Georg. Mit achtzehn Jahren geht sie als Er­zieherin und Gesellschafterin nach Wien, 1783 nach Surinam, Mittelamerika, in den Haushalt des niederländischen Gouverneurs Texier. Schon 1785 segelt sie nach Kopenhagen, um für zwei Jahre beim dänischen Minister Graf Bernstorff zu dienen, wechselt ins zum Königreich England gehörende Hannover zum Grafen Wallmoden, und ist – unterbrochen durch verschiedene Aufenthalte bei den inzwischen aus England fortgezogenen Eltern in Halle – längere Zeit bei Herrschaften in Kurland und Schlesien. 1814 bis 1818 arbeitet sie beim Seidenfabrikanten Humbert in Berlin und verbringt ihre letzten Jahre in Dresden."

(Text: TRANSIT)

 

  • Judith Macheiner, Antonia Forster. Die Schwester des Weltreisenden. Biographischer Roman. 160 Seiten, gebunden. TRANSIT, Berlin 2012. 19,80 Euro

 

 

 

 

(mr)

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