Katja Petrowskaja und Benjamin Maack

 

Katja Petrowskaja hat bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt knapp über Benjamin Maack obsiegt (wenn man es so sehen will) - glücklich können beide sein, Petrowskaja über den Ingeborg Bachmann-Preis, Maack über den 3sat-Preis.

 

Bis Vielleicht Esther bei Suhrkamp erscheint, müssen wir uns noch etwas gedulden (nach Verlagsangaben bis Januar 2014, das ist, aus Sicht der Autorin, morgen...); das Verzeichnis Lieferbarer Bücher führt aber auch das oben abgebildete Buch auf, das die Wartezeit verkürzen kann.

Und was ist lieferbar von Benjamin Maack? Man kann gleich loslegen mit Lesen, dazu weiter unten mehr.

 

 

Die Auserwählten

 

Ein Sommer, 3000 Kinder, 2500 Betreuer

 

"Das Kinder- und Jugendferienlager Orlionok, an der russischen Schwarzmeerküste gelegen, ist auch nach dem Ende der Sowjetzeit mit hohem Ansehen und hohen Erwartungen verbunden. Es gilt als Ort der Talentförderung für die Besten in Schule, Sport, Musik und die Aktivisten der Jugendorganisationen. Die Fotografin Anita Back hat drei Wochen in Orlionok verbracht und in ihren Fotografien die widersprüchliche Grundstimmung des Ferienlagers festgehalten, die sich aus dem Nebeneinander von Badeferien und Propaganda, von Jugendkultur und Waffenkunde ergibt. Katja Petrowskaja begleitete Anita Back und beschreibt in ihrem Essay die Suche nach einem Stück ihrer sowjetischen Kindheit."

(Text: Edition Braus)

 

Auf jeden Fall scheint es in Orlionok zivilisierter zuzugehen als bei den US-amerikanischen Spring Breakers (wie Harmony Korine sie zeigt).

 

  • Anita Back, Die Auserwählten. Ein Sommer im Ferienlager von Orlionok. Mit einem Essay von Katja Petrowskaja und einem Vorwort von Joachim Jäger. Deutsch und Englisch. 124 Abbildungen, 180 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. Edition Braus, Berlin 2012. 29,95 Euro

Benjamin Maack

 

Benjamin Maack können die LeserInnen als Erzähler jetzt schon entdecken, nicht nur mit seinem in Klagenfurt vorgetragenen Text ""Wie man einen Käfer richtig fängt" von Joachim Kaltenbach", sondern vor allem anhand zweier von drei Büchern, die er bisher publiziert hat, Monster (2012) und Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland (2007). (Maacks Debüt, Du bist es nicht, Coca Cola ist es (2004), ist zur Zeit nicht lieferbar, wird aber hoffentlich wiederaufgelegt.)

 

Monster

 

"Ein Chemielaborant, der in einem überalterten Dorf im Harz nach der Liebe sucht – und eine Eule findet. Ein Manager, der als ein guter Erwachsener in Hotelzimmern liegt und von den Sünden seiner Jugend heimgesucht wird. Ein Housesitter, der ein Sofa versaut, einen Baum tötet und eine Minderjährige verführt.
Sie alle heißen Benjamin. Sie alle irren umher. Durch Wälder und Tierparks, über Familienfeiern und Vorortstraßen.

Nach seinem vielgelobten Prosadebüt Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland zeigt Benjamin Maack nun in Monster erneut, mit welcher Konsequenz und Überzeugungskraft er erzählen kann. Spannend, provokant – und manchmal ungeheuer witzig.
"

(Text: mairisch Verlag)

 

Eine Leseprobe und ein Interview zum Buch gibt es hier.

 

  • Benjamin Maack, Monster. Erzählungen. 192 Seiten mit Schutzumschlag, inkl. E-Book. mairisch Verlag, Hamburg 2012. 16,90 Euro

 

Das genannte Prosadebüt ist glücklicherweise noch im Buchhandel greifbar, bei sechs Jahre alten Büchern keine Selbstverständlichkeit. Dank an den Verlag Minimal Trash Art, in dem es erschienen ist, und der warten konnte, bis der träge Leser es nun endlich entdeckte.

 

Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland

 

"Benjamin Maacks Erzählungen sind vieles. Sie sind komisch, provokant, spannend und extrem kurzweilig. Vor allem aber sind sie zerstörend. Zerstörend in dem Sinne, dass sie sich nicht zufrieden geben mit einer offensichtlichen Fassade, sondern versuchen, diese einzureißen, um die Dinge zu finden, die sich dahinter verbergen und die in Wirklichkeit unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Benjamin Maack legt den Finger in die unzähligen Wunden einer zutiefst absurden und kaputten Gesellschaft."

(Text: Minimal Trash Art)


"Als hätte man Disneyland genommen, mit seinen Wurzeln und Höhlen und Kellern unter dem Park, es aus dem Boden gerissen und umgedreht, sodass alle schlimmen Wahrheiten, die Albträume und halbseidenen Versprechen nach oben gekehrt sind. Und der Freizeitpark zeigt sein wahres Gesicht."

 

  • Benjamin Maack, Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland. Erzählungen. 120 Seiten, Klappenbroschur. Minimal Trash Art, Hamburg 2007. 10,90 Euro

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