Neues aus dem Verlag Ulrich Keicher

Moderne Literatur in Erstausgaben bringt der Verlag Ulrich Keicher in Warmbronn heraus.

 

Hans Bender, Michael Braun, Joachim Kalka, Max Herrmann-Neiße, Richard Pietraß und Lutz Seiler sind die Autoren untenstehend abgebildeter literarischer/essayistischer Bücher, die alle in den letzten Jahren erschienen sind und hier stellvertretend für das anregende Programm stehen, das Ulrich und Cornelia Keicher seit Verlagsgründung vor dreißig Jahren auf den Weg gebracht haben. (In einem zweiten Post werden Bücher von Autorinnen folgen.)

 

1999 wurde der Verlag Ulrich Keicher mit dem vom Land Baden-Württemberg gestifteten "Landespreis für literarisch ambitionierte kleinere Verlage" ausgezeichnet. - Literarisch ambitioniert: das kann man wohl sagen! Aber auch: buchhandwerklich-gestalterisch ambitioniert.

 

Ich weiß nicht, auf welchen Monat genau der Verlags-Geburtstag fällt, aber es sicher nicht zu früh, dem Hause Keicher ganz eigennützig zu wünschen: Auf viele weitere Jahre!

 

[alle Texte: Verlag Ulrich Keicher]

 

  • Hans Bender, O Abendstunde. Ausgewählte Gedichte. Mit einem Nachwort von Arnold Stadler. 40 Seiten, Fadenheftung, broschiert. 14 x 23 cm. 1. Auflage dieser Ausgabe in 300 Exemplaren. 12,00 Euro

 

"Zum literarischen Werk von Hans Bender gehören auch von Anfang an Gedichte, die früher in privaten Editionen, in Anthologien und Zeitschriften erschienen sind und Beachtung gefunden haben. Den Anstoß zu einem Auswahlband von Gedichten aus 60 Jahren gab der 1. Juli 2011, an dem der Autor seinen 92. Geburtstag begehen konnte. Arnold Stadler und Hans Georg Schwark haben die Auswahl für O Abendstunde getroffen, Stadler zudem einen "Ausflug" beigesteuert, in dem er hinführt zur Biographie Hans Benders und der langen, erlebten Vergangenheit. Er lobt die Präzision, die Lakonik, die Gelassenheit, die in den Gedichten erkennbar wird und bleibt."

  • Michael Braun, Die vergessene Revolution der Lyrik. Vier Außenseiter. Rainer Maria Gerhardt, Werner Riegel, Alexander Xaver Gwerder, Bernhard Koller. 32 Seiten mit 8 Abbildungen. Fadenheftung, broschiert. 14 x 23 cm. Auflage 300. Erstausgabe. 12,00 Euro

 

"Michael Braun ist einer der besten Kenner der Lyrik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Moderne, dazu galt sein Interesse immer schon den literarischen Außenseitern – um die es sich hier zweifellos handelt. Sollten die Namen von Alexander Xaver Gwerder (in der Schweiz) und Werner Riegel (als enger Freund von Peter Rühmkorf) noch relativ bekannt sein, ebenso Rainer Maria Gerhardt, der erst vor Kurzem, dank einer schön gemachten Werkausgabe im Wallstein Verlag (durch die Akademie für Sprache und Dichtung und Uwe Pörksen) wieder ins Bewusstsein kam, so ist der Lyriker Bernhard Koller völlig unbekannt. Alle vier hatten ihre Zeit in den fünfziger Jahren – litten an den geistigen Umständen der Nachkriegsjahre und – außer Werner Riegel, schieden alle in den 50er Jahren freiwillig aus dem Leben."

  • Max Herrmann-Neiße, Daß wir alle Not der Zeit vergaßen. Reisealbum Herbst 1937. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Klaus Völker. 38 Seiten farbiger Bildteil, 16 Seiten Text. Blockbuchbindung, Klappenumschlag. Querformat 28 x 19 cm. Auflage 250. Erstausgabe 2012. 24,00 Euro

 

"Von frühester Jugend an war Max Herrmann-Neiße ein passionierter Sammler erotischer Postkarten und sittengeschichtlicher Curiosa. Diese Leidenschaft teilte er u.a. mit George Grosz, Karl Valentin, Paul Rilla und Marc NevenDuMont. Seine Sammlung blieb 1933 in Berlin zurück, wie auch noch andere Alben mit ausgefallenen Beispielen seiner "klebetechnischen Phantasie", an die sich viele seiner Freunde und Schriftstellerkollegen wie Hans Sahl gerne erinnerten. Im Londoner Exil hat Max Herrmann-Neiße auch wieder einige Alben mit Bildkuriosa, Zeitungsausschnitten, Speisekarten, Einladungen, Reisebilletten, Ansichtskarten und Kalenderblättern angelegt.

Klaus Völker hat aus einem von ihm aufbewahrten Teilnachlaß des Dichters das Album einer Reise zur Pariser Weltausstellung 1937, nach Basel, Lugano und Zürich ausgewählt, das auch, zumeist in handschriftlicher Notierung, die Gedichte enthält, die in jenen Septemberwochen 1937 entstanden sind."

  • Joachim Kalka, Slowenischer Leierkasten. Ein Gedicht von Karl Kraus. 12 Seiten, mit 1 Faksimile. Geheftet, mit farbigem Umschlag. 14,5 x 23,5 cm. Auflage 300. Erstausgabe 2011. 8,00 Euro

 

"Eine Rede auf ein Gedicht von Karl Kraus, in der Joachim Kalka weit ausholt: Vom privaten Anlass – einem Leierkasten im Park von Janowitz – bis zu "des guten Volkes Leid", das der Autor in den Letzten Tagen der Menschheit beschworen hat."

  • Richard Pietraß, Pariser Lust - Au Plaisir de Paris. Deutsch und Französisch. Ins Französische übertragen von Alain Lance und Gabriele Wennemer. 28 Seiten, mit 1 Beilage. Fadenheftung, broschiert. 14 x 23 cm. Auflage 300. Erstausgabe 2011. 12,00 Euro

 

"Der Berliner Lyriker hatte Lust auf Paris und was stand für ihn näher, dies nach zahlreichen Parisbesuchen in Gedichtform auszudrücken. Dazu besonders passend die Übertragung dieser Gedichte ins Französische durch den Freund und Autor Alain Lance und die seit vielen Jahren in Paris lebende Übersetzerin und nahe Freundin von Richard Pietraß, Gabriele Wennemer. So ist dieses Bändchen zu einer Liebeserklärung verschiedenster Art geworden."

  • Lutz Seiler, Im Kinobunker. 28 Seiten. Fadenheftung, broschiert. 14 x 23 cm. Auflage 300. Erstausgabe November 2012. 10,00 Euro

 

"Lutz Seiler erhält dieses Jahr [2012] den Christian Wagner-Preis für sein lyrisches und erzählerisches Werk, das von großer sprachlicher Präzision und Musikalität geprägt ist, wie die Jury feststellt. Vorliegender Text erscheint zu diesem Anlaß erstmals.
Den Beginn seines Lebens als Soldat zeichnet Lutz Seiler in der Erzählung "Im Kinobunker" nach. Angefangen mit dem Kind, das dem Wort "Musterung" nachträumt am Küchentisch und die Bedrohung zu spüren beginnt, über die Musterungsuntersuchung des Siebzehnjährigen im Wehrkreiskommando (ein Ort der Geschichten, die nichts nützen), bis hin zum Termin der Einberufung. Der erste Tag als Soldat endet im Kinobunker. In Seilers Erinnerung an diesen Ort verkehrt sich für einen Moment der Richtungssinn des Ganzen: Plötzlich ist es der zwanzigjährige Soldat auf dem Foto im Wehrdienstausweis, der ihn anschaut. Der ihn vielleicht schon damals vorhergesehen hat."

 

[Einem (vornehmlich) Lyriker sprachliche Präzision und Musikalität nachzusagen und als besondere Qualität herauszustellen ist, als bestaunte man bei einem Mathematiker Genauigkeit im Rechnen. Auch beim Loben gilt das gute Argument. Anm. d. Red.]

 

Als nächstes, wie oben angekündigt, Hinweise auf weitere Bücher des Verlages, unter anderem von Elke Erb, Brigitte Kronauer, Helga M. Novak, Christa Reinig und Barbara Wiedemann.

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