Neue Jean Paul-Bücher

 

Die 250. Wiederkehr des Geburtstages von Jean Paul ist Anlass für eine Reihe schöner Neuerscheinungen aus Independent-Verlagen, die der Hotlist-Blog in zwei Teilen vorstellt.

Ein Jean Paul-Titel wurde bereits im vorangegangenen Beitrag erwähnt.

 

Auf die höchste Jubiläumstitel-Zahl kommt der Nimbus Verlag aus Wädenswil am Zürichsee, siehe unten. In einem nächsten Post dann Hinweise auf einschlägige neue schöne Bücher aus den Verlagen Haymon, Lilienfeld, Reclam und Wallstein.

 

Jean Paul Bildbiografie

 

"Ein Vierteljahrtausend Jean Paul! Vor 250 Jahren – am 21. März 1763 – wurde Johann Paul Friedrich Richter in Wunsiedel (Oberfranken) geboren. Der umfassende Bildband zum Jubiläumsjahr.

 

Unverrückbar zählt Jean Pauls Werk zum Kernbestand der großen deutschen Literatur. Zugleich ist er der unklassische Klassiker geblieben; seine Texte wirken wilder und sperriger als die seiner marmornen Kollegen. Doch dank seines unvergleichlichen Humors und seiner sinnenfrohen Lebensart ist er bis heute vielen Menschen näher als die Denkmalfiguren der Goethe-Zeit.

Jean Pauls Leben fällt in eine der ereignisreichsten Epochen der neueren Geschichte: Die Französische Revolution und die von ihr ausgelösten Kriege führen in ganz Europa zu weitreichenden politischen Umwälzungen. Ländergrenzen und Herrschaftsverhältnisse verändern sich binnen weniger Jahre gleich mehrfach. Literatur und Philosophie der Aufklärung, Klassik und Romantik schaffen neue Weltbilder. Kaum je war das intellektuelle Leben intensiver – und folgenreicher.

Jean Paul nimmt an all diesen Entwicklungen lebhaft Anteil; sein Werdegang führt ihn aus der oberfränkischen Provinz in die damaligen Zentren der geistigen Welt: Leipzig, Weimar, Jena, Berlin. Aus dem Kind ärmlicher Verhältnisse wird einer der meist gelesenen Autoren der Zeit, dessen Bekanntschaft selbst hohe Würdenträger suchen. Zahlreiche Reisen und persönliche Beziehungen machen seine Biografie zu einem bewegten Spiegel der Epoche.

Jean Pauls Leben hat sich in einer Vielzahl von Dokumenten, Manuskripten, bildlichen Zeugnissen und Erinnerungsstücken niedergeschlagen. Kostbarkeiten stehen neben Alltagsgegenständen, Kuriosa neben Zeugnissen, in denen eine ganze Epoche aufscheint. Basierend auf den Beständen des Jean Paul-Museums Bayreuth, der Staatsbibliothek Bamberg, des Jean Paul-Museums Joditz, des Jean Paul-Gymnasiums Hof und ergänzt um zehn Aufsätze bekannter Autoren und Jean Paul-Forscher ist ein opulenter Band entstanden, wie es sich für das große Jubiläum gehört."

(Text: Nimbus Verlag)

 

Literarische Beiträge von: Brigitte Kronauer und Rolf Vollmann.

 

Aufsätze von: Prof. Martin Huber (Bayreuth), Dr. Christian Schmidt (Nürnberg), Dr. Monika Meier (Hannover), Dr. Barbara Hunfeld (Würzburg), Dr. Jochen Golz (Weimar), Dr. Angela Steinsiek (Berlin), Prof. Günter Dippold (Bayreuth), Dr. Jörg Paulus (Braunschweig), Prof. Markus Bernauer (Berlin) und den Herausgebern.

 

  • Petra Kabus / Bernhard Echte (Hgg.), Das Wort und die Freiheit. Jean Paul Bildbiografie. 420 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, 28 x 21 cm. Nimbus Verlag, Wädenswil 2013. 39,00 Euro
    erscheint im März 2013

 

En face - Texte von Augenzeugen. Bd. 3: Jean Paul

 

"Der oberfränkische Fremdling, der nach harten Hungerjahren mit einem literarischen Sensationserfolg den Weimarer Parnass durcheinanderbrachte; das manische Lesetier, das mit enzyklopädischem Wissensdrang ganze Bibliotheken exzerpierte; der Mann gelebter Unvoreingenommenheit, dessen innigster Freund ein jüdischer Händler war; der kuriose Charmeur, dem adlige Damen zu Dutzenden verfielen, ohne seiner hab­haft werden zu können; der Melancholiker, der wie kaum ein zweiter wagte, der eigenen Vergänglichkeit ins Auge zu blicken; der große Unabhängige, den Heidelberger Studenten mit einem Fackelzug als "Kämpfer für Freiheit und Recht" feierten; der bescheidene Biedermann, der täglich in einem Landgasthof bloß Kartoffeln aß; das Trinkgenie, das seine Texte im Wech­sel stimulierender und beruhigender Essenzen entwarf; der Phantasiegigant, der alle literarischen Formen sprengte und in seinen Werken die Moderne vorwegnahm.

Die Liste außergewöhnlicher Eigenschaften ließe sich beliebig verlängern, doch wäre der Facettenreichtum von Jean Pauls Persönlichkeit damit nicht zu erschöpfen. Jean Paul (1763-1825) ist eine einzigartige Erscheinung in der deutschen Literatur, und schon zu Lebzeiten pilgerten die Neugierigen in Scharen zu ihm, um den Dichter wie ein Fabel­tier zu bestaunen. Die Reaktionen, die sein unkonventionelles Wesen auslöste, waren reichlich kontrovers; den einen schien er "wie aus dem Mond gefallen" (so Schiller in einem Brief an Goethe), die anderen priesen ihn für seinen Witz und seine Herzenswärme; wieder andere sahen in ihm nur einen redseligen  provinziellen Philister.

Die Zeugnisse, die sich zu Jean Pauls Leben erhalten haben, wurden von Eduard Berend, dem Herausgeber seines Gesamtwerks, bereits 1913 in einer ersten Sammlung zusammengetragen und publiziert; 1956 folgte eine stark erweiterte Neuauf­lage. Die vorliegende Ausgabe ist erstmals durchgängig mit zeitgenössischem Bildmaterial illustriert und bringt die Quellen auf den aktuellen bibliographischen Stand. Zu entdecken ist damit einmal mehr eine der faszinierendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte."

(Text: Nimbus Verlag)

 

  • Eduard Berend (Hg.), Erinnerungen an Jean Paul. 514 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, fadengebundene Broschur. Nimbus Verlag, Wädenswil 2013. 29,80 Euro (En Face - Texte von Augenzeugen, Hrsg. von Janika Gelinek) erscheint im März 2013

 

Michael Mayer (Hg.), Taschenatlas zu Jean Paul

 

"Jean Pauls Leben war von einer regen Reise- und Wandertätigkeit geprägt. Schon früh suchte er das Weite, verließ seine oberfränkische Heimat und gelangte nach Leipzig, Weimar und Berlin. Seine Rückkehr führte ihn über Meiningen, Coburg nach Bayreuth, verbunden mit zahlreichen Abstechern und sommerlichen Reisen nach Erlangen, Nürnberg, Regensburg, München, Stuttgart, Heidelberg und Frankfurt.

 

Aus Anlaß des 250. Geburtstages von Jean Paul findet in mehr als zwei Dutzend deutschen Orten eine Litfaßsäulen-Ausstellung zu seinem Gedenken statt. Weithin sichtbar wird so auf belebten öffentlichen Plätzen an den großen Unvergleichlichen erinnert. Die Säulen dienen jedoch nicht nur zur Bekanntmachung lokaler Jean Paul-Veranstaltungen, sondern umreißen auch die Beziehungen, die zwischen dem jeweiligen Ort und Jean Pauls Leben bestanden. Der Jean Paul-Taschenatlas dokumentiert und vertieft die Informationen dieser Ausstellung, damit die Liebhaber des Dichters seine verschlungenen Lebenswege nachverfolgen können. Aktuelle Stadtpläne führen zu Wohnadressen und Orten biografischer Geschehnisse; Zeittafeln fassen die Chronik der seinerzeitigen Ereignisse zusammen, verbunden mit Biografien und Porträts der wichtigsten involvierten Personen. Ein Info-Block gibt Auskunft über Adressen und Öffnungszeiten von Museen und Gedenkstätten. Die Texte sind von einheimischen Experten verfaßt, die zuletzt noch hilfreiche Handreichungen und Ratschläge geben, damit sich geneigte Literaturreisende vor Ort einen Tag lang wirklich wie Jean Paul fühlen können."

(Text: Nimbus Verlag)

 

Orte: Bamberg, Bayreuth, Berlin, Coburg, Erlangen, Franzensbad, Gotha, Halberstadt, Heidelberg, Hildburghausen, Hof, Illmenau, Jena, Joditz, Leipzig, Löbichau, Meiningen, München, Neustadt a. d. Aisch, Nürnberg, Oßmannstadt, Rehau, Schwarzenbach a. d. Saale, Stuttgart, Töpen, Weimar, Wunsiedel…

 

Begleitpublikation zur Jean Paul-Litfaßsäulen-Ausstellung in 28 Orten Deutschlands, 21. März bis 14. November 2013.

 

  • Michael Mayer (Hg.), Taschenatlas zu Jean Paul. 180 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. 21,5 x 12,5 cm. Nimbus Verlag, Wädenswil 2013. 19,80 Euro

 

 

Jean Paul-Kalender 2013

 

"Ein ganzes Jahr mit Jean Pauls witzigen, sentimentalen, satirischen, nachdenklichen und verblüffend ehrlichen Sätzen. Auf jeder Seite ein Geistesblitz, ein kleiner Ideenspeicher für den Alltag.  Dazu Illustrationen zu  Jean Pauls phantasievollen Worterfindungen wie  "Schmutzfink" oder "Weltschmerz", ins Bild gesetzt von den beiden jungen Grafikern Felicia Winterstein und Felix Nürmberger.
Klein, robust, praktisch, für jede Tasche – ein Vademecum nicht nur für Jean Paul-Enthusiasten, sondern für alle, die vor Denk­anstößen keine Angst haben. Außerdem erfährt man manches Neue über Goethes und Schillers erfolgreichen Gegenspieler: in Sachen Literatur, in Sachen Verführungskunst, in Sachen Fangemeinde. Sonderseiten mit Karten des Jean-Paul-Wanderwegs durch Oberfranken, mit kurzen Werkausschnitten sowie einem abschließenden Test "Wieviel Jean Paul bist Du?" machen den Kalender zum idealen Begleiter durchs Jubiläumsjahr 2013."

(Text: Nimbus Verlag)

 

  • Jean Paul-Kalender 2013. Herausgegeben in Kooperation mit dem Verein "Jean Paul 2013". Zusammengestellt und gestaltet von Felicia Winterstein und Felix Nürmberger. 176 Seiten, broschiert. Nimbus Verlag, Wädenswil 2013. 9,80 Euro

 

 

 

(mr)

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