ars vivendi

Robert Schopflocher: Eine Kindheit

Erzählungen

 

Robert Schopflocher bewegte sich zeit seines Schriftstellerlebens zwischen der Welt seiner Kindheit, dem alteuropäischen Fürth, und der Welt Südamerikas, die ihn aufnahm, nachdem er Deutschland 1937 verlassen musste. Dieser Band versammelt erstmals seine wichtigsten Erzählungen; ein überaus bedeutsames Beispiel jüdisch-deutscher Erzählkunst.

 

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Robert Schopflocher

Eine Kindheit

Erzählungen

288 Seiten, Hardcover, keine Abbildungen

22,00 EUR (D); 22,90 EUR (A)

ISBN 978-3-86913-742-1

 

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Inhalt:

 

Neben den großen und wichtigen Themen, die Robert Schopflocher in seinem Schreiben behandelt hat – u. a. die Vertreibung der Juden durch die Nationalsozialisten, das Leben im Exil sowie die Beschreibung der Gräueltaten der argentinischen Militärdiktatur –, ist es vor allem die ihm eigene Sprache, die seine Erzählungen unbedingt lesenswert und einzigartig machen. Sigfried Lenz nannte diese Sprache einmal »insular«.
Was damit gemeint ist: Nachdem Schopflocher mit seiner Familie 1937 von Bayern nach Argentinien auswandern musste, verfolgte er zunächst im Hauptberuf eine Karriere als Agronom; erst in den Achtzigerjahren begann er, belletristische Werke in spanischer Sprache zu schreiben, die in Buenos Aires ein größeres Publikum fanden und mehrfach ausgezeichnet wurden; in den späten Neunzigerjahren schließlich entschied sich Schopflocher dazu, in seiner Muttersprache zu veröffentlichen. So entstanden »mit jahrzehntelanger Verspätung«, wenn man so will, literarische Werke, die die Geschichte einer bis dato verlorenen jüdisch-deutschen Erzählkunst aufs Beeindruckendste fortführen; Werke, die an diejenigen eines Stefan Zweig oder Lion Feuchtwanger erinnern, dabei aber die Einsichten Und Geschehnisse auch der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts miteinbeziehen; Werke; die das Zusammenspiel von (ehemals) deutscher Kultur und jüdischer Tradition mit den in Argentinien erfahrenen Prägungen verbinden, ohne dass diese ein chronologisches Nacheinander, sondern vielmehr so, dass diese ein sich gegenseitiges Überblenden und Überlagern in Form eines kontinuierlichen Gesprächs bilden. Es zeigt sich, dass »Zeitferne auch Zeitlosigkeit bedeuten kann«.
Sensibel und poetisch, mit einem präzisen und im besten Sinn konventionellen Erzählton verleiht Schopflocher so den verschiedensten Lebensmodellen und kulturellen Kontexten eine Sprache und kreist immerwährend um die Kraft der Erinnerung – im Angesicht der fatalen Erkenntnis, was der Mensch dem Menschen antun kann.

 

(c) Thomas Scherer
(c) Thomas Scherer

Der Autor:

 

Robert Schopflocher wurde 1923 in Fürth geboren. Aufgrund seines jüdischen Glaubens musste er 1937 mit seiner Familie nach Argentinien fliehen. In den Achtzigerjahren begann er, belletristische Werke in spanischer Sprache zu schreiben. Ab den späten Neunzigerjahren veröffentlichte er auch auf Deutsch, zuletzt »Das Komplott zu Lima« (2015). 2016 starb Schopflocher in Buenos Aires.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseprobe:

 

 

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